
Taekwondo
Ein kurzer Blick auf die Geschichte des Taekwondo
Die Wurzeln des Taekwondo reichen über 2.000 Jahre zurück bis in die Zeit der Drei Königreiche Koreas. Frühe Formen wie Taek Kyeon (태견), auch Subak genannt, wurden von Kriegern des Königreichs Goguryeo sowie den Hwarang des Shilla-Reiches praktiziert. Diese Kampfkünste legten großen Wert auf Beweglichkeit, Kraft und moralische Integrität.
Während der japanischen Besetzung Koreas (1910 – 1945) waren Kampfkünste verboten und wurden nur im Untergrund oder im Ausland weitergegeben. Nach 1945 erlebten sie eine Wiederbelebung und entwickelten sich unter Einflüssen anderer asiatischer Kampfkünste wie Karate und Kung Fu weiter. Verschiedene Schulen, sogenannte Kwans entstanden, und auch das koreanische Militär griff auf diese Traditionen zurück.
1959 wurde die Korean Taekwondo Association (KTA) gegründet, um die unterschiedlichen Stile zu vereinen. Daraus entwickelte sich später World Taekwondo (WT), der international anerkannte Dachverband, dessen Stil auch bei den Olympischen Spielen praktiziert wird. Parallel dazu existiert die International Taekwondo Federation (ITF), die einen anderen Stil und Ansatz vertritt.

Die Philosophie des Taekwondo
Im Kern ist Taekwondo tief philosophisch geprägt. Es basiert auf den Prinzipien von Yin und Yang sowie der kosmischen Dreiheit von Himmel, Erde und Mensch. Das Ziel ist nicht Dominanz, sondern Harmonie – mit sich selbst und mit der Welt.
Taekwondo fördert ethische Werte, Respekt, Disziplin und Verantwortung. Die grundlegende Idee ist einfach und zugleich tiefgreifend: Wenn sich der Einzelne entwickelt, profitiert auch die Gemeinschaft.
Diese Philosophie zeigt sich in den fünf Grundsätzen des Taekwondo:
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예의 (Yeo Ui) – Höflichkeit und Respekt
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엄치 (Eom Chi) – Integrität
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인내 (In Nae) – Durchhaltevermögen
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극기 (Geuk Gi) – Selbstkontrolle
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백절불굴 (Baek Jeol Bul Gul) – Unbeugsamer Geist
Diese Prinzipien sollen nicht nur das Training, sondern das gesamte Leben begleiten.